Für die Ideengewinnung werden Beispiele aus anderen Orten gezeigt. Grundlage dafür sind Inhalte aus dem Buch „Friedhöfe in Deutschland – Kulturerbe entdecken und gestalten“ mit Beiträgen verschiedener Autoren. Dann wird speziell auf unseren Friedhof in Gadebusch eingegangen:
Osnabrück
Hier wurden u.a. folgende Maßnahmen auf den beiden Friedhöfen realisiert:
Infotafeln: Karte des Friedhofes, Geschichte des Friedhofes, Hinweise auf besondere Gräber, Besonderheiten des Friedhofes, besondere Pflanzen und Gebäude, Ergänzung mit Flyern
Geocashing (GPS-gesteuerte Schnitzeljagd): Es gibt zu findende Stationen, an denen Infos zu besonderen Gräbern, Personen oder Ereignissen zu raten bzw. zu finden sind
Veranstaltungen: Gottesdienste, Konzerte, Vorträge und Diskussionsabende
Internetpräsenz: Geschichte und Beson
derheiten des Friedhofes, Hinweise auf Veranstaltungen usw.

Foto: N. Biewer

Foto: N. Biewer

Foto: N. Biewer
Arnstadt
Wie fast überall (auch in Gadebusch) sind folgende Herausforderungen zu meistern:
- steigender Anteil von Feuerbestattungen
- große Familiengrabstätten werden kaum noch benötigt
- Urnengräber werden vorzugsweise in kleineren Gräbern oder in Gemeinschaftsanlagen
Die Herausforderung besteht darin, die nicht genutzte historische Grabsubstanz zu erhalten und heutige Anforderungen der Nutzer nach pflegeleichten Gräbern gerecht zu werden. Unter Beachtung des zunehmend geforderten wirtschaftlichen Betriebes geraten die Friedhofsverwaltungen unter Druck, den Erfordernissen von Denkmalschutz, Bürgerbedürfnissen und Naturschutz gerecht zu werden. Während alternative Bestattungsangebote außerhalb der Friedhöfe mithohem Aufwand von gewerblichen Anbietern mit überwiegend finanziellen Interessen beworben werden, stellt der örtliche Friedhof im Rahmen der Daseinsvorsorge eine gemeinschaftlich genutzte öffentlich eEInrichtung dar, die ohne Gewinnerzielungsabsicht zu betreiben ist und die für jeden Einwohner eine angemessene und geordnete Leichenbestattung ermöglicht.
D.h.
Die Bedürfnisse der Nutzer nach Räumen, in denen mal trauern kann, müssen berücksichtigt werden. Es muss also eine räumliche Gliederung vorhanden sein, um Räume zu trauern zu haben. Viel Grün hilft diesbezüglich. Die richtige Anordnung von bequemen Sitzmöbeln mit Blickbeziehungen zu Gräbern und zur Kommunikation von gemeinschaftlich genutzten Ort wie Wasserstellen oder gepflegten Geräteplätzen steigert die Aufenthaltsqualität. Der geringere Flächenbedarf je Bestattungsfallergibt für die Umgestaltung von Friedhöfen hohe Potentiale. Das kann eine Verbesserung des Friedhofsbildes mit großzügiger Belegung und vereinfachter Bewirtschaftung führen.
U.a. Folgendes wurde bzw. wird in vielen kleinen Schritten realisiert:
- Ausbau der Hauptwege
- Viele Wege zu den Grabfeldern wurden zurück gebaut und betretbare Rasenflächen angelegt.
- Stärker frequentierte Bereiche werden mit Schrittplatten ausgestattet, die ein Überfahren mit Rasenmähern erlauben.
- Leitungen und Leerrohrtrassen werden vorgesehen.
- Zu dicht am Weg stehende Bäume werden gefällt und und mit ausreichendem Abstand neu gepflanzt.
- Es entstehen auf unberührte Bereiche.
- Nadelbäume werden wenn möglich durch verschieden Laubbäume ersetzt. Zur Verringerung des Pflegeaufwandes werden beschnittene Hecken durch geeignete, freiwachsende Sträucher ersetzt.
- Die Vergabe von Grabstätten erfolgt nur noch nach Beratung mit der Friedhofsverwaltung, um die Friedhofsstruktur zu erhalten und den Wünsche der Angehörigen zu entsprechen.
- Der Friedhofsträger bietet auch Stauden und andere Pflanzen zu Bepflanzen des Grabes an. Das hat sich sehr vorteilhaft für das Gesamtbild erwiesen.
- Die Nutzer können selbst entscheiden, ob und ggf. wie lange sie die Gräber selbst pflegen wollen.
- Die Rasenmahd leistet der Friedhofsträger.

Foto: S. Möbius

Foto: S. Möbius

Foto: S. Möbius

Foto_ S. Möbius

Foto: S. Möbius

Foto: S. Möbius
Karlsruhe
Die aktuellen medialen sowie persönlichen Auseinandersetzungen „Vom guten Umgang mit dem Tod“ (Geo Wissen 2023) betreffen 3 Fragen: Wie wollen wir sterben? Wie wollen wir beerdigt werden? WO wollen wir begraben werden?
Es ist u.a. zu klären;
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- Sarg- versus Feuerbestattung
- anonyme versus namentlich gekennzeichnete Beisetzung
- Heimaterde versus Neuverortung
- klassischer Friedhof versus Friedwald
- Kolumbarienkirchen, Seebestattungen usw.
Der Bundesverband deutscher Steinmetze und der Bund deutscher Friedhofsgärtner zeigen auf jeder Bundesgartenschau und vielen Landesgartenschauen Ideen für ihren Bereich. Es werden Ideen zur Grab- und Grabsteingestaltung gezeigt. Einige Ideen unabhängig davon sind z.B.
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- Einführung von Ewigkeitsgräbern (solange es den Friedhof gibt)
- Historische Grabanlagen von architektonischen Stelen bis zum monumentalen Grabmal in Gebäudeform können als einzel oder Gemeinschaftsgrab erneut genutzt werden. So kann auch die Pflege dieser Grabstätten gesichert werden.
- Es können auch Synthesen von Alt und Neu (siehe Bild vom Friedhof Riensberg in Bremen) sind machbar.
- Es können auch Urnen in der naturbelassenen Umgebung alter Bäume beigesetzt werden. Auch Paarbäume und Baumgräber sind denkbar.
- Gräber an alten Mauern, bei denen das Schild mit den Daten an der Mauer befestigt ist.
Hier einige Beispiele:

Foto: B.Franz / G. Maybaum, 2011

Foto: B. Franz / G. Maybaum, 2011

Foto: B. Franz / G, Maybaum, 2013

Foto: B. Franz / G. Maybaum, 2015
Wismar
In Wismar gibt es einen „Verein zur Förderung der Friedhofskultur in Wismar e.V.“ (siehe Friedhofssverein Wismar ). Dieser Verein hat es sich seitdem zur Aufgabe gemacht haben, den städtischen Friedhof in seiner geschichtlichen, kulturellen und künstlerischen Besonderheit zu erhalten und vermehrt ins Bewusstsein der Stadt und des Tourismus zu rücken.
- Von März bis November gibt es monatlich eine Veranstaltung auf den Friedhof. Das sind Konzerte, Führungen, Vorlesungen und vieles mehr. Pro Besucher werden für jede Veranstaltung 5 € Spende erwartet.
- Regelmäßig steht die Pflege von Gebäuden bzw. Gräbern auf dem Programm.
Wer mehr wissen möchte, kann sich auf der oben genannten Web-Site informieren und dort ggf. seien Fragen stellen.
Gadebusch
In Gadebusch gibt es eine Friedhofskommision. Dazu gehören (Stand Januar 2026) als Vertreter der Stadt Mirko Parbs und Robert Tiedt, als Vertreter der Kirche Gerhard Tiedt und Doris Gallert sowie als Vorsitzender Dr. Gerhard Schotte. Dieser regelt zusammen mit dem Friedhofsverwalter Tino Kobold im Wesentlich alles, was auf und mit dem Friedhof geschieht. Diese Kommission hat auch dafür gesorgt, dass am Friedhof derzeit viel passiert. Ziele sind derzeit:
- Fortführung der Pflasterung weiterer Hauptwege
- Da die Beauftragung eines professionellen Landschaftsarchitekten sehr teuer werden kann, ist die Idee, Studenten der Standorte Wismar oder evtl. weiterer Einrichtungen über einen Wettbewerb zu motivieren, Planungsvorgaben oder ganzheitliche Planungen für die weitere Gestaltung unseres Friedhofes zu erstellen. Danach erfolgen die weiteren Arbeiten.