Kunst unter dem Kirchendach

Das Kunstprojekt der Nordkirche „artist in parish“ (Kün23-81192798-23-81203540-1467730896 stler in der Gemeinde) hinterlässt Spuren und beschert Gadebusch eine Kunstschau. In einer vierwöchigen Schaffensphase unter dem Motto „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“ aus dem Lobgesang Marias aus dem Lukasevangelium, schuf Künstler Matthias Kempendorf eindrucksvolle Werke unter dem Dach der Stadtkirche.

Bereits beim Betreten der Kirchen fallen sie sofort auf: die Stühle mit ihren überdimensional langen, dünnen Beinen ganz in weiß. Die Rückenlehne und die Sitzfläche sind mit Pergament bespannt. Das verleiht ihnen eine zusätzliche Leichtigkeit. 40 dieser Stühle findet der Besucher in der ganzen Kirche verteilt. Manche aufrecht stehend, manche halb liegend und manche komplett umgestürzt.

Neben den Stühlen entstanden drei Bilder, die sich harmonisch in drei Nischen einfügen, so als wären sie schon immer dort gewesen und gehörten genau dort hin. „Drei Bilder für drei Frauen, Maria, Miriam und Hanna“, beschreibt Kempendorf die Komposition. Er berichtet von der Entstehung der Bilder. Wofür die verwendeten Zeichen stehen, nämlich die aufrechten Striche, als Verbindung von Himmel und Erde für Maria. Die Zick-Zack-Zeichen als Wasser oder Meer symbolisieren Miriam, die den Lobgesang anstimmte als das israelische Volk trockenen Fußes durch das rote Meer schreiten konnte. Schließlich der Kreis als Zeichen der Fruchtbarkeit für Hanna die Mutter des Propheten Samuel, die ebenfalls Gottes Hilfe für die Schwachen besingt.

Dieses Kunstprojekt der Nordkirche „artist in parish“ läuft unter dem Motto „Magnificat und Luther“. Das Magnificat steht für die lateinische Bezeichnung des ersten Satzes aus dem Lobgesang Marias. „Wir haben uns als eine Kirche in Mecklenburg und Pommern um einen Künstler beworben und glücklicherweise einen der drei begehrten Plätze in dem Projekt erhalten“, erzählt Gerhard Schotte, der Initiator gemeinsam mit Pastorin Ariane Baier.

Zusammen entschieden sie sich dann für Matthias Kempendorf. „Vor allem seine Arbeiten mit dem Pergament gefielen uns sofort“, ergänzt Ariane Baier. Sie seien sehr froh gewesen, dass er dem Leben und Arbeiten in der Gadebuscher Stadtkirche zugestimmt hat.
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„Es war eine große Freude und Ehre, hier in dieser wunderschönen Kirche arbeiten zu können“, fasst Matthias Kempendorf diese vier Wochen zusammen. Er hätte so viele Freiheiten genossen wie nie zuvor und fühlte sich immer getragen in dieser Zeit. Nun laden er und die Kirchgemeinde Besucher ein, sich den Sommer über die Ausstellung anzuschauen. „Überall lässt sich etwas entdecken“, so der gebürtige Hamburger.

von Volker Bohlmann (Gadebuscher-Rehnaer Zeitung, 05.07.2016)

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