Ein Taler für Mecklenburg

Eine Holzschatulle und ein Begleitheft zur Geschichte des Talers, der Reformation und zur Stadtkirche Gadebusch gehören zum Taler.

Eine Holzschatulle und ein Begleitheft zur Geschichte des Talers, der Reformation und zur Stadtkirche Gadebusch gehören zum Taler.

Silber oder versilbert– in Mecklenburg-Vorpommern wird der Reformationstaler von Mecklenburg anlässlich 500 Jahre Erneuerung der Kirche im Jahr 2017 in zwei Varianten neu aufgelegt. Möglich wird dies durch eine Nachprägung des aus dem Jahr 1549 stammenden Talers. Damals entstand dieser in der Werkstatt des Gadebuscher Münzmeisters Bernhard Jungkeling.

467 Jahre später gelingt die konzeptionelle und inhaltliche Vorarbeit für die Nachprägung erneut in Gadebusch. Diesmal am Schreibtisch von Gerhard Schotte. „Mit Fertigstellung der Bronzefigur des Münzschlägers am Rathaus begannen die Vorarbeiten. Mehr als drei Jahre beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kirche und der Stadt mit dem Thema“, sagt Schotte.

So hatte Gadebusch im Verlauf der Geschichte als Münzstadt einen höheren Status als die Hansestadt Wismar, denn dort wurde nur städtisches Geld geprägt. Gadebusch hingegen war eine herzogliche Münzstätte. Ein Status, den die Stadt 82 Jahre behielt.

Das Original und die Nachprägung der Münze zeigen Herzog Johann Albrecht I. auf der Vorderseite und rückseitig das Mecklenburger Landeswappen. Unter der Darstellung des Herzogs findet sich der Schriftzug „DOMINE NE DA INIMICIS VERBI TVI LETITIAM“, das so viel bedeutet wie „Herr, gib dass die, welche Dein Wort jetzt verachten, sich zu ihm bekennen und Freude an ihm haben.“ Worte, die 32 Jahre nachdem Luther seine Thesen an das Kirchentor von Wittenberg anschlug, auf den Taler geprägt wurden. Heute gelten diese in Fachkreisen als klares Bekenntnis zur Reformation.

Gerhard Schotte mit einer Nachprägung des Reformationstalers, wie er ab Herbst in limitierter Auflage erhältlich ist.

Gerhard Schotte mit einer Nachprägung des Reformationstalers, wie er ab Herbst in limitierter Auflage erhältlich ist.

Der jüngste Beitrag aus Gadebusch ist eingebunden in landesweite Kunst- und Kulturprojekte im Jubiläumsjahr 2017 und hebt somit auch die Bedeutung der Kleinstadt mit Kirch- und Schlossensemble in Mecklenburg hervor. Bis zur offiziellen Präsentation des Talers werden noch einige Wochen vergehen. Fest steht: „Ab Herbst wird der Taler in einer limitierten Auflage erhältlich sein – 50 in Silber und 200 versilbert“, sagt Schotte.

Herausgeber des Reformationstalers von Mecklenburg sind der Förderverein der Stadtkirche zu Gadebusch mit Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest.

von Volker Bohlmann (Gadebuscher-Rehnaer Zeitung, 23.06.2016)

Reformationstaler Nachprägung

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